Schwarze Zähne und Scharlachrote Lippen

ginmaag00(Bi) Die Angewohnheit Betel zu kauen.

Betel zu kauen ist ein Brauch, der in ganz Asien genossen wird und in Thailand wiederum nirgendwo enthusiastischer als im Nordosten. Dort gibt es die drei unverzichtbaren Bestandteile für einen guten Kau in Hülle und Fülle. Diese sind Betel Blätter, Kalksteinasche und die Frucht der Arecapalme. Man kaut zuerst das grobe rote Fleisch der narkotisierenden Palmfrucht (am besten klein und Grünhäutig geerntet), dann wird ein großes herzförmiges Betelblatt mit Paste aus Kalksteinasche bestrichen, in eine mundgerechte Portion gefaltet und in den Mund genommen. Für einen noch besseren Kick kann man jetzt auch noch Tabak hinzufügen. Betel, ein bitterer, ultimativ betäubender Geschmack, der ein warmes Gefühl um die Ohren verursacht. Etwas weniger angenehm ist das absolut notwendige ständige Spucken. In den traditionellen Häusern spuckt man einfach durch Löcher der Bodenbretter, wogegen in den eleganteren Haushalten ein Spucknapf angeboten wird. Für das Aussehen tun sich Betelkauer nicht Gutes an. Man kann ihre Angewohnheit aus einer Menge von Leuten einfach durch ihre schwarzen Zähne und durch die scharlachroten Lippen erkennen. Auf langen Reisen nehmen die Kauer Körbe mit den Bestandteilen mit sich. Zu Hause wird den Gästen aus einem Betelset serviert, das zumindest aus drei kleinen Gefäßen besteht. Manchmal gibt es noch ein Tablett für diese Dosen und dem Messer oder dem Nussknacker zum Teilen der Frucht. Betel kauen ist heutzutage unter älteren Thais üblich, speziell die Frauen aus dem Nordosten, aber es war einst eine weit verbreitete soziale Sitte. Und das Betelset war damals der wertvollste Besitz und eine Zeichen des Ranges. Das Königshaus hatte Sets aus Gold, der Adel besaß Sets in Silber und das gewöhnliche Volk hatte Sets aus Rattan geflochten oder aus Holz geschnitzt. Im Isaan gehören heute noch Betelsets zu den wichtigen Bestandteilen der Mitgift.